Das ist die offizielle Homepage der Fussballabteilung des SV Dreieichenhain.

Dieser Beitrag wurde von Bernd Schröder für die Festschrift zur 100-Jahr-Feier zusammengestellt. Danke Bernd!

Von den Anfängen 

Fast 12 Jahre nach Gründung der Turngesellschaft Dreieichenhain, dem Vorgänger
des heutigen SV Dreieichenhain, fanden sich am 1. Mai 1902 eine Anzahl junger Leute,       die zum Teil gerade aus der Schule entlassen wurden zusammen, um den Fußball-Club „Dreieich 02“ aus der Taufe zu heben. Das Spiel mit dem Lederball hatte schon viele Freunde in Deutschland gefunden, so auch in Dreieichenhain. Der Wunsch, regelmäßig und in einer Gemeinschaft nach Regeln zu spielen und die freie Zeit gemeinsam zu verbringen, führte zur Gründung des FC Dreieich 02. So gab man sich auch eine Satzung, in der Name des Vereins, Farben des Trikots und Zweck und Mittel des Vereins definiert wurden.

In Gemeinschaft mit anderen jungen Leuten aus der Nachbarschaft „kickte“ man auf einem „Sandplacken“ zwischen Dreieichenhain und Offenthal. Ein bis zwei Stunden Weg bis zum Sandplacken konnten der Begeisterung für König Fußball keinen Abbruch tun. Fahrräder hatten die wenigsten. So war es manchmal der Fall, dass sich in der „Haaner Mannschaft“ so wie sie sich vor der Gründung des FC Dreieich zeigte, nur ein bis zwei waschechte Dreieichenhainer befanden. Die anderen kamen aus Langen, Sprendlingen, Wixhausen, Egelsbach, ja sogar aus Darmstadt kamen sie, nur um spielen zu können.


Das älteste noch vorliegende Protokoll  vom 02.März 1907 nennt als Vorstand :


1.        Vorsitzender Siegmund Strauß,
2.        Vorsitzender Philipp Weimar,
1.        Kapitän Georg Klepper,
2.        Kapitän Philipp Lenhardt
Schriftführer und Kassierer Fritz Bösser

1. Gerätewart Wilhelm Gräser
2. Gerätewart Christian Kiefer.

Der FC Dreieich wurde als erster Fußballverein der näheren und weiteren Umgebung gegründet. Erst später bildeten sich Fußballvereine in Langen, Egelsbach, Sprendlingen und Neu-Isenburg.
Nicht nur die Spieler waren junge Leute, nein auch die Vorstände der Vereine setzten sich aus eben solch jungen Leuten zusammen. Die Sympathien für die neue Sportart war noch längst nicht als Begeisterung zu bezeichnen. So kam es, dass man oft Mannschaftsschwierigkeiten hatte. Im Jahre 1907 führten diese Probleme sogar zu einer „Ehe“ mit dem später gegründeten Offenthaler Verein, um dieser Mannschaftsschwierigkeiten Herr zu werden. Die Aufzeichnungen vor dem ersten Weltkrieg lassen erkennen, dass ein echter kameradschaftlicher Geist die Fußballer beseelte. Zu dieser Zeit war es auch durchaus üblich zu den Spielen die Spieler schriftlich durch den Spielausschuß-Vorsitzenden einzuladen.

Die Erfolge aus jener Zeit konnten sich sehen lassen, wenn auch die Vereine aus
der näheren und weiteren Umgebung dank ihrer größeren Mitgliederzahlen und somit auch des umfangreicheren Spielerpotenzials erfolgreicher waren, als es hier der Fall gewesen ist. Was machte dies schon aus, wusste man doch, dass man zusammenkam um zu spielen, den Körper zu stählern und die Gemeinschaft zu pflegen.

Besonders verdient um den Aufbau des Fußballs machte sich Eduard Laux, der als Urheber zur Gründung des FC Dreieich angesehen werden muss. Seiner Initiative und Rührigkeit waren es zu verdanken, dass es schon frühzeitig hier in Dreieichenhain zur Gründung eines Fußballvereins kam. Nicht nur dass man sich in einer Satzung bestimmten Regeln für das Zusammensein auch außerhalb des Fußballplatzes unterwarf, man pflegte in einer Fußballmannschaft auch den Gesang. 

Nachweisbare Höhepunkte im Vereinsgeschehen gab es erst wieder zum 25-jährigen Vereinsjubiläum 1927. Bei dem im Mai festlich begangenem Jubiläum war Christian Kiefer dazu auserkoren, die Festrede zu halten. Führende Leute des damaligen Süddeutschen Fußballverbandes bekundeten durch ihre Anwesenheit, unter anderem der damalige Vorsitzende Flasbarth, ihr Interesse an dem im Dreieichgebiet zuerst gegründeten Fußball-Club „Dreieich 02“.

Anlässlich dieses Jubiläums erhielt der Verein auch eine Fahne, die noch heute in
unserem Vereinsheim zu bewundern ist. Welche große Aufmerksamkeit das 25-jährige Jubiläum vor 75 Jahren erreichte, mögen die gestifteten Ehrenpreise und Fahnen belegen.    Nachfolgend ein heute noch vorliegendes Dankschreiben des damaligen Vorsitzenden Ch. Kiefer an den Gemeinderat der Stadt Dreieichenhain:

Verehrter Gemeinderat der Stadt Dreieichenhain

Wir erbieten uns hiermit verehrter Gemeinderat für den, uns für die leichtathl. Wettkämpfe anlässlich unseres 25-jährigen Jubiläums gestifteten Ehrenpreis unseren herzlichsten Dank zu übermitteln. Auch Ihnen Bürgermeister Köhrer sprechen wir für die schönen, der sportlichen 
Jugend sowohl wie auch den Gründern zu Herzen gehenden Begrüßungsworte bei der Überreichung des Ehrenpreises unseren ergebensten Dank aus.
Der Preis wurde vom Ballspiel Club 1899 Offenbach errungen.
Mit aller Hochachtung

Fußballclub Dreieich 1902

Ch. Kiefer


 
Im Zusammenhang mit dem Jubiläum wurde auch ein Film gedreht, der mit weiteren Aufnahmen aus Büdingen und Rothenburg o.d.T. später als Kulturfilm in den Filmtheatern gezeigt wurde.
Jeder Fußballverein, der eine Jugend- bzw. Schülermannschaft vorweisen konnte,
galt schon als etwas Besonderes in jener Zeit. Einheitliche Trikots gab es wohl, war
aber nicht die Regel. Auch richtige Fußballschuhe waren eher selten im Nachwuchs
anzufinden. Wenn es im Elternhaus hieß: „Ich gehe zum Fußballtraining oder Spiel“,
so löste dies im Allgemeinen keine Begeisterungsstürme aus. Bedeutete dies doch oft schmutzige Kleidung oder defekte Schuhe. Im Winter wurde gar nicht trainiert oder gespielt.
Bei den Spielen wurde sich im Wald oder direkt neben dem Fußballplatz umgezogen.
Wie wohlbehütet hat es doch unser heutiger Nachwuchs. Aber die Umstände taten der Spielfreude keinen Abbruch.

Um Mitglied beim FC Dreieich 02 werden zu können, musste damals ein Antrag ausgefüllt werden :

Wer dann als Mitglied eingeschrieben wurde, bekam auch eine ordentliche
Mitgliedskarte. Eine Mitgliedskarte ist jetzt gute 70 Jahre alt und im Besitz von Herrn Georg Mühlschwein, der damals der Jugend angehörte. In diese Zeit fiel auch ein sportlicher Höhepunkt für die Fußballjugend des Fußballclubs Dreieich 02. Als Meister des Landkreises Offenbach spielte man im Endspiel um die Bezirksmeisterschaft gegen Eintracht Frankfurt und unterlag mit 0:2.

Die Zeit nach 1933 bis zum Ende des zweiten Weltkrieges beeinflusste das Vereinsleben in starkem Maße. Durch die so genannte Gleichschaltung erhielt der gesamte Sport eine politische Note. Jeder 2. und 4. Sonntag im Monat musste für die Belange der damaligen NS-Organisationen frei gehalten werden und sportliche Veranstaltungen fanden nicht mehr in dem Rahmen statt, wie man es bisher kannte.
Trotz der auferlegten Beschränkungen fanden doch noch Höhepunkte für die Sportler statt, an denen auch die Fußballer teilnahmen.
So organisierten die Turngesellschaft und der Fußballclub „Dreieich 02“ vom  26. Juni bis 28. Juni 1937 das erste Kreisfest des Sportkreises Offenbach im Reichsbund für Leibesübungen, an denen über 1600 Wettkämpfer und –kämpferinnen teilnahmen. Als dann am Sonntag, dem Höhepunkt des Festes, die Kreisfunktionäre erklärten, dass alle Überschüsse an die Kreisorganisation abgeführt werden müssen, wurde nach dem Fest mit spitzem Bleistift alle Kosten und Einnahmen gegeneinander aufgerechnet und nichts blieb übrig.


Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg . . . 

Nach dem Krieg waren es wieder die Fußballer, die gemeinsam mit der Turngesellschaft die Grundlagen schufen, für die unter der US-Militärregierung neu gegründete SKG Dreieichenhain. Zunächst waren es Jugendmannschaften, die wieder einen Spielbetrieb aufnahmen. Nach einem 2:0-Erfolg unserer Jugendmannschaft gegen Ober-Roden ein Siegerfoto vom 31.März 1946. In dieser Generalversammlung konnte die Abteilung Fußball über 4.415,72 RM Einnahmen und 3.225,89 RM Ausgaben berichten. Zum neuen Vorsitzenden der Abteilung Fußball wurde Philipp Gaubatz gewählt. Bezeichnend für diese Zeit der letzte Satz des Protokolls, Zitat:

„Gegen Mitternacht fand die Versammlung ein trockenes Ende, nicht wie man es von früheren Generalversammlungen gewöhnt war, denn das gemütliche Beisammensein bei einem guten Tropfen fehlte!"
                                                                      Georg Ravensberger(Schriftführer)


Einem vorliegendem Protokoll der Generalversammlung vom 15.Januar 1948 zufolge, erwähnte der damalige Vorsitzende Reichert die großartigen Leistungen der 1.Mannschaft, die den Aufstieg in die Kreisklasse A schaffte und zu jenem Zeitpunkt einen guten 4.Platz belegte. Auch der Jugendmannschaft wurde ein Lob ausgesprochen, stand sie doch zu diesem Zeitpunkt im Endspiel um die Jugend- Meisterschaft gegen Sprendlingen, die sie dann in der Saison auch errang.

Aus den Unterlagen der Schriftführer Anfang der 50-er Jahre bis 1953 geht hervor, dass mit einer 1. und 2. Mannschaft, sowie mit einer Schülermannschaft regelmäßig am Punktspielbetrieb teilgenommen wurde. Mitte der 50-er Jahre drohte der Fußball mangels aktiver Spieler zum Erliegen zu kommen. Lediglich der unermüdliche Fritz Rauch hielt mit einer Jugendmannschaft den Sportbetrieb über Wasser. So wurde in der 2. Hälfte der 50-er Jahre und bis Ende der 60-er Jahre ohne nennenswerte Erfolge Fußball gespielt. Doch bei allem sportlichen Ehrgeiz auf dem Fußballplatz, die Kameradschaft und das gemütliche Beisammensein wurden stets groß geschrieben. Auch bei den Spielerfrauen.
Eine Szene aus dem sportlichen Sonntag möge dies belegen. Während des Fußballspiels, frisierten sich die Damen gegenseitig die Haare!

1965, dem Jahr des 75. Gründungsjubiläums des SV Dreieichenhain, bestand die Fußballabteilung aus 2 aktiven Mannschaften und 3 Jugendmannschaften.
In der Festschrift aus dem Jubiläumsjahr war zu lesen:
 „ Wenn auch bisher noch keine Aussichten vorhanden sind, aus der C-Klasse herauszukommen, so darf man doch hoffen, dass eines Tages auch hier der Sprung in die nächst höhere Klasse geschafft wird. Dieser Sprung wurde dann ohne sportlichen Aufstieg durch eine Neuordnung der Spielklassen Ende der 60-er Jahre geschafft. 


Erfolgreiche 70-er . . . . .

Nachdem man einige Jahre in der B-Klasse des Westkreises Offenbach mehr oder weniger erfolgreich spielte, gelang in der Saison 1971/72 endlich der Aufstieg in die A-Klasse.
Unter der Führung des damaligen Spielausschuss-Vorsitzenden Philipp Hancke bastelte man an einer erfolgreichen Mannschaft für die 70-er Jahre.

Die Mannschaft war auch auf Pokalturnieren mehrfach siegreich. So in den Jahren 1973 und 1975 in Götzenhain.

Auf diesen Lorbeeren wurde sich nicht ausgeruht und nach einigen guten Platzierungen in den Folgejahren gelang mit einigen Verstärkungen in der Saison.

1975/76 der erneute Aufstieg in die Bezirksklasse. Damals musste man in den sauren Apfel beißen und in der Klasse Frankfurt West spielen. Somit kam es zu keinem Ortsderby mit den Sprendlingern. Aber auch dort hielt man sich im ersten Jahr wacker und verpasste als zweitplazierte Mannschaft nur knapp den Durchmarsch.


"Wir hatten in den Jahren keine Meisterschaft errungen, aber wenn die jungen Leute
von damals, jetzt reife Männer und Familienväter, sich noch der alten Tage erinnern
und auch heute noch teilweise ehrenamtlich für den SVD tätig sind, zeigt dies, dass das
„Haaner Projekt“ jener Tage nicht nur sportlich ein Erfolg war, sondern auch Menschen und
Familien zusammenbrachte. Die Mannschaft von damals und der Pressewart „Ihm“ Pfannemüller hatten mir zum Abschied ein wunderbares Fotoalbum erarbeitet. Aus allen Widmungen lese ich heute noch Freude und Dankbarkeit über die beiden gemeinsamen Jahre. Wolfgang Groß hat es mit seiner Widmung auf den Punkt gebracht: „ Leider ist es uns erst am Schluss der Runde gelungen, besser zu decken und abzuspielen“.
Das gilt auch im übertragenen Sinne für meine damalige Tätigkeit.

Herzlichen Dank und Glück auf SVD zum 100-sten.“

Hans Georg Klauer ehemaliger Trainer SVD

 
Aber auf den Lorbeeren wurde sich nicht ausgeruht. Nach einigen guten Platzierungen in den Folgejahren gelang mit einigen Verstärkungen in der Saison 1975/76 erneut der Aufstieg in die Bezirksklasse. Übrigens wurde die Meisterschaft mit 9 Punkten Vorsprung errungen und damit war es einer der souveränsten Meister der Nachkriegszeit.
Leider musste man in den sauren Apfel beißen und in der Bezirksklasse Frankfurt West spielen. Somit kam es zu keinem spannungsgeladenen Orts-Derby mit Sprendlingen.Im ersten Jahr hielt man sich in der Bezirksklasse ganz wacker und mit dem zweiten Tabellenplatz nach Abschluss der Saison verpasste man nur ganz knapp den Durchmarsch in die nächst höhere Klasse. Das wäre anlässlich des 75-jährigen Jubiläums der Fußballabteilung ein Höhepunkt gewesen. Aber auch so wurde unter Führung des Abteilungsvorstandes mit Philipp Hancke, Friedel Groß und Günter Pilz unterstützt vom Pressewart Pfannemüller und Jugendwart Werner eine Jubelfeier vorbereitet. Überraschung auf der akademischen Feier war die Überreichung der 50 Jahre alten Fahne durch Georg Mühlschwein, der sie bis dahin in seiner Obhut hatte und nun dem rechtlichen Nachfolger des FC Dreieich 02 übergab.

Wie im richtigen Leben kommen nach guten Jahren auch mal wieder magere. So auch in der Fußballabteilung des SVD. Nach dem Abstieg aus der Bezirksklasse, galt es ein weiteres Abrutschen zu verhindern und ein Neuanfang begann.
Mit dem ehemaligen OFC-Spieler der 50-er Jahre Karl Sperl als Trainer und unter der Führung von Hans Weckesser als Spielausschuss-Vorsitzendem war es dann in der Saison 1986/87 wieder soweit. In einem dramatischen Finale vor 1200 Zuschauern in Heusenstamm gelang es den KV Mühlheim nach einem 0:0 nach Verlängerung im Elfmeterschießen mit 5:3 niederzuringen und in die Bezirksklasse aufzusteigen. Das Entscheidungsspiel war notwendig geworden, weil beide am Ende der Saison punktgleich waren, was in dieser Klasse auch ein Novum war.

Wie dem Jugendbericht zu entnehmen ist, können erste hoffnungsvolle Blicke in die Zukunft gerichtet werden. So bleibt nur zu wünschen, dass das Jubiläumsjahr ein Startjahr für eine erfolgreiche Zukunft wird und bald mal wieder im Haag eine Meisterschaft im Aktivenbereich gefeiert werden kann.

 

Frauenfußball ?  Auch das gab’s beim SVD . . . .

 

Spätestens seit der Fußball-Europameisterschaft 2001, bei der die Deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft den Titel auf deutschem Boden errang, wird der Frauenfußball nicht mehr belächelt. Sah man doch technisch und kämpferisch tolle Spiele, die denen im Männerbereich nicht nachstanden.
Ungleich schwerer hatten es die Damen, die sich unter der Führung von Christa Steinmetz und dem damaligen Trainer und Betreuer Ernst Arnold entschlossen, im SVD eine Damenfußballmannschaft aufzubauen.
Diese Ära, die aus den verschiedensten Gründen Ende der 80-er Jahre keine Fortsetzung fand, soll im Jubiläumsjahr nicht unerwähnt bleiben. Vielleicht gibt es ja einen Denkanstoß an alle jungen Mädchen und Frauen, die Fußball begeistert sind, dem Beispiel der Christa Steinmetz nach 25 Jahren zu folgen und wieder etwas Neues aufzubauen.
In den 80-er Jahren jagten die Damen dem runden Leder in der untersten Spielklasse, der Kreisliga A nach. Man spielte mit wechselndem Erfolg und erreichte zumeist einen Mittelplatz in dieser Klasse.
Hauptsächlich überwog der  Spaß an der Sache und die Freude, auch nach dem  Sport noch gemeinsam etwas zu unternehmen. Der Mann für alle Fälle,  Fritz Rauch, war sich in einer Zeit, als niemand für die Betreuung der Damenmannschaft da war, nicht zu schade, den Damen bei der Ausübung ihres Sports behilflich zu sein.

 
Bernd Schröder, im Juli 2002.